Ratgeber · Wärmepumpe

Brauchwasserwärmepumpe: lohnt sich das?

Sie macht warmes Wasser aus Umgebungsluft statt aus teurem Strom im Heizstab. Wann sich das rechnet, wo das Gerät stehen muss und was viele über die Förderung falsch annehmen, erklären wir hier in Ruhe.

Andreas Marth, Geschäftsführer der Rieth GmbH
Andreas Marth Geschäftsführer · Rieth GmbH, Wiesbaden

Andreas Marth führt den Meisterbetrieb Rieth in Wiesbaden. Mit seinem Team plant und installiert er Wärmepumpen, Heizungen, Klima-, Lüftungs- und Sanitäranlagen im Rhein-Main-Gebiet. Die Ratgeber-Artikel prüft er fachlich.

Aktualisiert 13. Juli 2026 Lesezeit 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Brauchwasserwärmepumpe macht nur warmes Wasser, nicht die Heizung. Sie ersetzt den alten Warmwasserboiler.
  • Sie braucht rund ein Drittel des Stroms eines Elektroboilers. Am meisten sparen Sie beim Austausch eines alten Heizstab-Speichers.
  • Ideal im unbeheizten Keller mit etwas Abwärme und zusammen mit einer Photovoltaikanlage.
  • Der Aufstellraum braucht genug Luftvolumen (Faustregel ab etwa 20 Kubikmetern) oder Luftkanäle nach außen.
  • Eine reine Brauchwasserwärmepumpe wird in der Regel nicht über die staatliche Heizungsförderung gefördert.

Wie funktioniert eine Brauchwasserwärmepumpe?

Eine Brauchwasserwärmepumpe (auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt) ist ein Kompaktgerät: ein Warmwasserspeicher mit typischerweise 200 bis 300 Litern, auf dem eine kleine Luft-Wärmepumpe sitzt. Ein Ventilator zieht Luft aus dem Aufstellraum an, ein Kältekreis entzieht dieser Luft die Wärme und hebt sie auf Warmwassertemperatur an. Die gewonnene Wärme geht in den Speicher, die abgekühlte Luft wird wieder ausgeblasen.

Der Trick ist die Effizienz: Statt Strom direkt in Wärme umzuwandeln wie ein Heizstab, nutzt die Wärmepumpe den Strom nur, um vorhandene Umgebungswärme zu „pumpen". Aus etwa einer Kilowattstunde Strom werden grob drei Kilowattstunden Warmwasserwärme. Der genaue Wert (nach der Messnorm DIN EN 16147) hängt vom Gerät und von der Temperatur im Aufstellraum ab.

Gut zu wissen

Ein elektrischer Zusatzheizstab ist bei den meisten Geräten eingebaut. Er springt nur bei Spitzenbedarf oder für das regelmäßige Aufheizen gegen Legionellen ein, nicht im Normalbetrieb. Achten Sie darauf, dass die Legionellenschaltung aktiv ist.

Sie überlegen, Ihren alten Warmwasserboiler zu ersetzen? Wir sehen uns Ihren Aufstellraum an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Wechsel lohnt.

Brauchwasser oder Heizung: was ist der Unterschied?

Das ist die wichtigste Unterscheidung, und die Quelle der meisten Missverständnisse. Eine Heizungswärmepumpe beheizt Ihr Gebäude und bereitet meist zusätzlich das Warmwasser auf. Eine Brauchwasserwärmepumpe macht nur das Warmwasser. Sie heizt keinen einzigen Heizkörper.

Deshalb ist sie kein Ersatz für Ihre Heizung, sondern ein Ersatz für den Warmwasserbereiter: den alten Elektroboiler, den Standspeicher mit Heizstab oder die Warmwasserbereitung über eine in die Jahre gekommene Öl- oder Gasheizung, die im Sommer nur fürs Duschwasser läuft.

MerkmalBrauchwasser-WPElektroboilerHeizungs-WP
Beheizt Räumeneinneinja
Macht Warmwasserjajaja
Strombedarf fürs Warmwasserniedrighochniedrig
Braucht Aufstellraum mit Luftjaneinja (außen)
Über Heizungsförderung förderfähigin der Regel neinneinja (Heizung, privat bis zu 80 %)
Rieth Monteur bei der Wärmepumpen-Installation
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Ob nur Warmwasser oder die ganze Heizung: Wir beraten herstellerunabhängig, planen die passende Lösung und übernehmen Einbau und Anmeldung.

Mehr zur Wärmepumpe

Wo wird sie aufgestellt? Raumbedarf und Schall

Die Brauchwasserwärmepumpe steht im Haus, nicht draußen. Sie braucht Luft, aus der sie Wärme ziehen kann. Als Faustregel gilt ein Aufstellraum mit ausreichend Luftvolumen (grob ab etwa 20 Kubikmetern) oder alternativ zwei Luftkanäle nach außen. Ideal ist ein unbeheizter Keller oder Hauswirtschaftsraum, in dem ohnehin Abwärme anfällt.

  • Gute Aufstellorte sind Keller- oder Technikräume mit Wärmequellen wie Gefriertruhe, Waschmaschine oder Trockner.
  • Der Raum sollte über das Jahr nicht dauerhaft kalt sein, denn je wärmer die angesaugte Luft, desto effizienter arbeitet das Gerät.
  • Der Aufstellraum sollte nicht Ihr beheiztes Wohnzimmer sein, weil das Gerät dem Raum Wärme entzieht.
Nützlicher Nebeneffekt

Beim Betrieb kühlt und entfeuchtet die Wärmepumpe die angesaugte Luft leicht. In einem feuchten Keller ist das oft willkommen, weil es der Schimmelbildung entgegenwirkt. Von einer „Auskühlung der Wohnung" kann keine Rede sein.

Zum Schall: Verdichter und Ventilator erzeugen ein moderates Betriebsgeräusch, vergleichbar mit einem Haushaltsgerät. Im Keller stört das in aller Regel niemanden. Direkt neben oder unter einem Schlafzimmer sollte das Gerät trotzdem nicht stehen. Den passenden Aufstellort legen wir bei der Besichtigung gemeinsam fest.

Rieth Techniker im Gespräch mit einem Kunden zur Wärmepumpe
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Was kostet der Betrieb?

Konkrete Eurobeträge hängen zu stark von Ihrem Haushalt ab (Personenzahl, Warmwasserverbrauch, Strompreis), um sie seriös zu pauschalisieren. Die Richtung ist aber eindeutig: In der Anschaffung liegt eine Brauchwasserwärmepumpe über einem einfachen Elektroboiler, im Betrieb deutlich darunter, weil sie für dieselbe Warmwassermenge nur rund ein Drittel des Stroms braucht. Über die Nutzungsdauer gleicht die Ersparnis den Mehrpreis in der Regel aus.

Am größten ist der Effekt dort, wo bisher direkt mit Strom geheizt wurde, also beim Austausch eines alten Elektro-Warmwasserboilers. Eine belastbare Zahl bekommen Sie von uns im individuellen Angebot, abgestimmt auf Ihren Verbrauch.

„Wärmepumpen zur Warmwasserbereitung benötigen für die gleiche Warmwassermenge deutlich weniger Strom als elektrische Warmwasserspeicher."

Sinngemäß nach Umweltbundesamt, Ratgeber Warmwasserbereitung

Wird eine Brauchwasserwärmepumpe gefördert?

Hier ist die häufigste Fehlannahme unterwegs, deshalb ganz klar: Eine reine Brauchwasserwärmepumpe wird in der Regel nicht über die staatliche Heizungsförderung gefördert. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert den Austausch der Heizung, also die Wärmepumpe, die Ihr Gebäude beheizt. Ein Gerät, das nur Warmwasser macht, zählt nicht als förderfähiger Heizungstausch.

Aus demselben Grund erfüllt eine Brauchwasserwärmepumpe allein auch nicht die 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für eine neu eingebaute Heizung. Wer die Heizungsförderung von bis zu 80 Prozent für Privathaushalte (Neuanträge ab dem 21.07.2026) nutzen möchte, braucht dafür die Wärmepumpe, die tatsächlich heizt.

Vorsicht bei Werbeversprechen

Angebote, die für eine reine Brauchwasserwärmepumpe pauschal „bis zu 80 Prozent Förderung" versprechen, vermischen zwei verschiedene Dinge. Regionale Programme oder Zuschüsse einzelner Stadtwerke können im Einzelfall greifen, das ist aber nicht die große Heizungsförderung. Wir prüfen die für Sie passenden Möglichkeiten individuell.

Stand: 07/2026. Förderregeln ändern sich laufend, wir gleichen sie vor jedem Angebot mit dem aktuellen Stand ab.

Für wen lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Sie ist selten die erste Wahl für alle, aber für einige Situationen fast ideal. Am deutlichsten lohnt sie sich, wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen:

  1. Sie haben einen alten ElektroboilerDer Wechsel bringt hier die größte Stromersparnis, weil bisher jede Kilowattstunde Warmwasser direkt aus dem Netz kam.
  2. Sie besitzen eine PhotovoltaikanlageDie Wärmepumpe kann den Sonnenstrom vom Dach in warmes Wasser „speichern". Mit SG-Ready-Steuerung läuft sie bevorzugt, wenn die Sonne scheint.
  3. Sie haben einen geeigneten AufstellraumEin unbeheizter Keller oder Hauswirtschaftsraum mit etwas Abwärme und genug Luftvolumen ist die beste Voraussetzung.
  4. Sie wollen die Heizung im Sommer entlastenEine alte Öl- oder Gasheizung muss dann nicht mehr nur fürs Warmwasser durchlaufen.

Wenn ohnehin eine Heizungswärmepumpe geplant ist, die das Warmwasser gleich miterledigt, ist eine separate Brauchwasserwärmepumpe meist überflüssig. Genau diese Abwägung nehmen wir mit Ihnen vor, bevor irgendetwas bestellt wird.

Persönliche Einschätzung für Ihr Zuhause Wir schauen uns Ihren Warmwasserbedarf und den Aufstellraum an und sagen Ihnen unverbindlich, was sinnvoll ist. Ohne Verkaufsdruck.
Quellen und Grundlagen
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und KfW zur Heizungsförderung.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG) zur Vorgabe von 65 Prozent erneuerbarer Energie bei neu eingebauten Heizungen.
  • Umweltbundesamt (UBA), Verbraucherinformationen zur Warmwasserbereitung.
  • DIN EN 16147 als Messnorm für die Leistungszahl von Warmwasser-Wärmepumpen.
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Häufige Fragen zur Brauchwasserwärmepumpe

Was ist der Unterschied zwischen Brauchwasserwärmepumpe und Heizungswärmepumpe?
Eine Heizungswärmepumpe beheizt das Gebäude und bereitet meist zusätzlich das Warmwasser auf. Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt ausschließlich warmes Wasser und ersetzt damit den Warmwasserbereiter, etwa einen alten Elektroboiler. Sie beheizt keine Räume.
Wo muss eine Brauchwasserwärmepumpe aufgestellt werden und wie viel Platz braucht sie?
Sie steht im Haus, meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum, und braucht ausreichend Luftvolumen (grob ab etwa 20 Kubikmetern) oder Luftkanäle nach außen. Ideal ist ein unbeheizter Raum mit etwas Abwärme, zum Beispiel dort, wo Gefriertruhe oder Waschmaschine stehen.
Wird eine Brauchwasserwärmepumpe staatlich gefördert?
In der Regel nicht über die staatliche Heizungsförderung. Diese fördert die Wärmepumpe, die das Gebäude beheizt. Eine reine Brauchwasserwärmepumpe macht nur Warmwasser und gilt deshalb nicht als förderfähiger Heizungstausch. Regionale Programme oder Zuschüsse einzelner Stadtwerke können im Einzelfall greifen. Stand: 07/2026.
Wie laut ist eine Brauchwasserwärmepumpe?
Verdichter und Ventilator erzeugen ein moderates Betriebsgeräusch, ähnlich einem Haushaltsgerät. Im Keller stört das in aller Regel nicht. Direkt neben oder unter einem Schlafraum sollte das Gerät dennoch nicht aufgestellt werden.
Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe zusammen mit einer Photovoltaikanlage?
Ja, das ist eine sehr gute Kombination. Die Wärmepumpe kann den selbst erzeugten Sonnenstrom in warmes Wasser umwandeln und ihn so nutzbar machen. Mit einer SG-Ready-Steuerung läuft sie bevorzugt dann, wenn die Photovoltaikanlage Überschuss liefert.
Kann ich damit meinen alten Warmwasserboiler ersetzen, und für wen lohnt es sich?
Ja, genau das ist der typische Einsatz. Am meisten lohnt sich der Wechsel, wenn Sie bisher einen Elektroboiler nutzen, einen geeigneten Aufstellraum haben und idealerweise eine Photovoltaikanlage besitzen. Wir prüfen das im Einzelfall vor Ort.