Ratgeber · Wärmepumpe

Wie lange hält eine Wärmepumpe? Lebensdauer, Verschleiß und Wartung

Eine Wärmepumpe hält im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre, Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen oft länger. Damit liegt ihre Lebensdauer gleichauf mit der einer Gas- oder Ölheizung. Wir zeigen die Lebensdauer nach Typ mit Quellen, welche Bauteile zuerst verschleißen, warum häufiges Takten dem Verdichter schadet, was die Wartung bringt und wann sich der Austausch lohnt.

Andreas Marth, Geschäftsführer und Betriebsleiter der Rieth GmbH
Andreas Marth Geschäftsführer und Betriebsleiter · Rieth GmbH, Wiesbaden

Andreas Marth ist seit 1996 Meister im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk. Mit seinem Team plant, installiert und wartet er Wärmepumpen und Klimaanlagen im Rhein-Main-Gebiet. Die Ratgeber-Artikel prüft er fachlich.

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Veröffentlicht Lesezeit 14 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die durchschnittliche Lebensdauer einer Wärmepumpe liegt bei 15 bis 20 Jahren, so der Bundesverband Wärmepumpe. Das entspricht der Lebensdauer anderer Wärmeerzeuger.
  • Sole- und Wasser-Wärmepumpen halten laut Herstellern eher 20 bis 25 Jahre. Eine Auswertung der ZHAW ermittelte für Erdwärmepumpen im Schnitt knapp 27 Jahre. Die Erdsonde selbst hält 50 Jahre und mehr.
  • Am stärksten beansprucht ist der Verdichter. Ihn verschleißen vor allem häufige Starts. Im Fraunhofer-Feldtest starteten 90 Prozent der Luft-Wasser-Wärmepumpen weniger als 5.500-mal im Jahr.
  • Eine regelmäßige Wartung findet die Ursachen, die eine Wärmepumpe früh altern lassen, und ist bei vielen Herstellern Bedingung für die fünfjährige Garantie.
  • Beim Ersatz einer alten Wärmepumpe gibt es heute die Grundförderung, aber keinen Klimageschwindigkeitsbonus. Ab dem ersten Quartal 2027 wird der Ersatz einer Wärmepumpe, die 2008 oder später in Betrieb ging, laut neuer Förderrichtlinie nicht mehr gefördert.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe hält im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre. Diese Spanne nennt der Bundesverband Wärmepumpe und ergänzt, sie entspreche der Lebensdauer anderer Wärmeerzeuger. Hersteller wie Bosch und Wolf geben für die Luft-Wasser-Wärmepumpe dieselben 15 bis 20 Jahre an, Stiebel Eltron nennt für seine Luftwärmepumpen in der Regel 20 Jahre Betriebsdauer, vergleichbar mit einer Öl- oder Gasheizung.

Für Planung und Wirtschaftlichkeitsrechnung gibt es feste Rechenwerte. Die Nutzungsdauertabelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), die das BBSR mit der derzeit überarbeiteten VDI 2067 abgeglichen hat, setzt für Luft-Wasser-Wärmepumpen 18 Jahre an, für Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen 20 Jahre. Ein wandhängender Gas-Brennwertkessel steht dort ebenfalls mit 18 Jahren. Die Kurzstudie des Prognos-Instituts für den Bundesverband Wärmepumpe rechnet Gas- und Wärmepumpenheizgeräte mit 18 bis 20 Jahren. Das sind Durchschnitts- und Planungswerte, keine Garantie: Viele Anlagen laufen deutlich länger, einzelne fallen früher aus. Ob eine Wärmepumpe das obere oder das untere Ende erreicht, entscheiden vor allem Auslegung, Einstellung und Wartung.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Gerät und Wärmequelle. Bei Erdwärme und Grundwasser halten Sonde und Brunnen weit länger als die Wärmepumpe im Haus. Wird das Gerät nach 20 oder 25 Jahren getauscht, bleibt die Erdsonde in der Regel in Betrieb, und der teuerste Teil der Investition muss nicht erneuert werden.

Lebensdauer nach Wärmepumpen-Typ

Die Lebensdauer einer Wärmepumpe hängt stark davon ab, woher sie ihre Wärme holt. Hersteller und Rechenwerte liegen nah beieinander, nur bei kleinen Geräten gehen die Angaben auseinander:

Herstellerangaben und Rechenwerte, keine Garantiezusagen. Quellen: Bosch Home Comfort, Wolf, Vaillant, Stiebel Eltron, Bundesverband Wärmepumpe; BBSR-Tabelle Nutzungsdauern von Bauteilen (Stand 13.03.2026, abgeglichen mit der in Überarbeitung befindlichen VDI 2067); dena-Factsheet 01/2024. Stand 10/2026.
TypHerstellerangabenRechenwert BBSR
Luft-Wasser-Wärmepumpe15 bis 20 Jahre (Bosch, Wolf, Bundesverband Wärmepumpe)18 Jahre
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)20 bis 25 Jahre (Bosch, Vaillant, Stiebel Eltron)20 Jahre
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)20 bis 25 Jahre (Bosch)20 Jahre
Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät)10 bis 15 Jahre (Bosch)15 Jahre (Klimagerät mit Direktverdampfer)
Brauchwasserwärmepumpe10 bis 15 Jahre (Bosch)keine Angabe; die dena rechnet mit 18 Jahren
Erdwärmesonde (Wärmequelle)50 Jahre und mehr (Vaillant, Stiebel Eltron), bis zu 100 Jahre (Bosch, Bundesverband Wärmepumpe)mindestens 50 Jahre
Brunnenanlage (Wärmequelle)oft 50 Jahre oder mehr (Bosch)keine Angabe

Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen halten länger, weil sie geschützt im Haus stehen und ihre Wärmequelle übers Jahr fast gleich warm bleibt. Der Verdichter muss im Winter nicht so hart arbeiten wie bei einer Luft-Wärmepumpe, die bei Frost Wärme aus kalter Außenluft holt und ihr Außengerät regelmäßig abtauen muss. Was eine Erdwärmepumpe kostet und wann sie sich lohnt, steht im Ratgeber Erdwärmepumpe. Die kürzere Lebensdauer kleiner Warmwasser-Geräte ordnet der Ratgeber Brauchwasserwärmepumpe ein.

Was Langzeitdaten aus der Schweiz zeigen

Belastbare Langzeitdaten gibt es aus der Schweiz, wo Wärmepumpen schon seit den 1980er Jahren verbreitet sind. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat für eine Studie zu den Lebenszykluskosten Wärmepumpen ausgewertet, die zwischen 1981 und 2018 installiert wurden. Ergebnis: Sole-Wasser-Wärmepumpen hielten im Durchschnitt knapp 27 Jahre, länger als allgemein angenommen. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen die Forschenden auf rund 20 Jahre, bezeichnen diesen Wert aber selbst als weniger verlässlich, weil dafür deutlich weniger Daten vorlagen. Die Wartungs- und Reparaturkosten der Wärmepumpen stuft die Studie als sehr niedrig ein. Eine ältere Untersuchung für das Schweizer Bundesamt für Energie an 33 Erdwärme-Anlagen aus den Jahren 1979 bis 1985 kam zu einem ähnlichen Bild: Nach 25 bis 31 Jahren liefen noch 31 der 33 Anlagen, und die bis dahin ersetzten Wärmepumpen hatten im Schnitt 21 Jahre gehalten.

Wie steht es um Ihre Wärmepumpe? Wir lesen Betriebsstunden und Verdichterstarts aus, prüfen Einstellung und Verschleiß und sagen Ihnen ehrlich, wie lange Ihre Anlage noch durchhält.

Verschleißteile: Was an einer Wärmepumpe zuerst kaputtgeht

Eine Wärmepumpe hat keinen Brenner, keine Abgasanlage und keinen Schornstein. Verschleiß gibt es trotzdem, und er sitzt an wenigen Stellen:

  • Verdichter: das Herz der Wärmepumpe und laut Bosch die am stärksten beanspruchte mechanische Komponente. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
  • Ventilator des Außengeräts: Sammeln sich Laub, Schmutz oder Fremdkörper im Ventilator, kann das laut Bauherren-Schutzbund Motor oder Lager beschädigen.
  • Wärmeübertrager: Verschmutzte Lamellen am Verdampfer verschlechtern den Wärmeübergang, die Anlage läuft länger und braucht mehr Strom. Verschmutzte Wärmeübertrager und Störungen am Lüfter gehören laut EWE zu den häufigsten Störungen.
  • Fühler, Expansionsventil und Elektronik: Regelungsbauteile, die sich in der Regel einzeln tauschen lassen. Belastbare Herstellerangaben zu ihrer Lebensdauer in Jahren gibt es nicht. Ein defekter Außentemperaturfühler oder eine falsch verlegte Kondensatleitung, die Wasser an die Elektronik bringt, gehören zu den Fehlern, vor denen der Bauherren-Schutzbund warnt.
  • Bauteile des Heizkreises: Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Filter gibt es bei jeder Heizung. Der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt, sie bei der Wartung mitzuprüfen.

Ein defektes Bauteil bedeutet nicht automatisch das Ende der Anlage. Viessmann weist darauf hin, dass sich Wärmeübertrager, Verdichter und elektronische Komponenten reparieren oder ersetzen lassen. Typische Störungen und wie wir sie beheben, beschreibt unsere Seite Wärmepumpe reparieren lassen.

Lebensdauer des Verdichters: Betriebsstunden und Starts

Der Verdichter, oft auch Kompressor genannt, verdichtet das gasförmige Kältemittel und bringt die Wärme auf die Temperatur, die Ihre Heizung braucht. Er entscheidet am stärksten darüber, wie lange eine Wärmepumpe hält. Moderne Wärmepumpen erreichen laut Bosch über ihre Lebensdauer bis zu 80.000 Betriebsstunden, bei einer typischen Laufzeit von 1.800 bis 2.400 Betriebsstunden im Jahr.

Rein rechnerisch wäre dieses Polster also erst nach Jahrzehnten aufgebraucht. Die Laufstunden sind deshalb selten das Problem. Was einen Verdichter altern lässt, sind vor allem die Starts: Jeder Schaltzyklus belastet ihn laut Bosch mechanisch und thermisch stärker als der gleichmäßige Betrieb. Eine Wärmepumpe, die lange und ruhig durchläuft, schont ihren Verdichter. Eine, die ständig an- und ausgeht, verbraucht ihn.

Fällt der Verdichter aus, wird er in der Regel getauscht, nicht repariert. Bei älteren Anlagen können die Kosten dafür laut Bosch den Restwert der Anlage übersteigen. Dann lohnt der Vergleich mit einer neuen Wärmepumpe, mehr dazu weiter unten.

Takten: Warum häufiges Ein- und Ausschalten die Lebensdauer verkürzt

Takten heißt, dass die Wärmepumpe sich in kurzen Abständen ein- und wieder ausschaltet. Verdichterstarts sind mit mechanischen und thermischen Belastungen verbunden, schreibt das Fraunhofer ISE in seinem Feldtest WP-QS im Bestand: Eine hohe Schalthäufigkeit steigert den Verschleiß und verkürzt die Lebensdauer des Verdichters. Außerdem braucht der Verdichter Mindestlaufzeiten, damit das Öl, das er ins System abgibt, in die Verdichterwanne zurückgelangt. Der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt deshalb wenige Verdichterstarts und lange Laufzeiten, Bosch nennt als Faustregel weniger als drei Starts pro Betriebsstunde und insgesamt nicht mehr als 20.000 Starts im Jahr.

Was der Feldtest über Verdichterstarts zeigt

Wie groß die Unterschiede in der Praxis sind, hat das Fraunhofer ISE gemessen: 51 Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen 2024 auf 540 bis 15.820 Verdichterstarts im Jahr. 90 Prozent starteten weniger als 5.500-mal, rund ein Drittel höchstens 2.000-mal. Die Auslegung allein war dabei nicht ausschlaggebend: Auch Wärmepumpen mit mehr als doppelt so viel Leistung wie nötig kamen mit weniger als 4.000 Starts im Jahr aus; unter 2.000 Starts blieben allerdings nur kleiner ausgelegte Geräte. Bei einer Anlage sank die Zahl sehr kurzer Betriebsphasen nach einem Software-Update des Wärmepumpenmanagers von rund 1.500 auf unter 100 im Monat.

Die häufigsten Ursachen

  • Zu viel Leistung für den Bedarf: Liegt der Wärmebedarf unter der kleinsten Leistung des Geräts, beginnt die Wärmepumpe zu takten, so Vaillant. Bosch nennt eine zu groß ausgelegte Wärmepumpe als häufige Ursache. Laut Fraunhofer fällt auch ins Gewicht, ob die Anlage ihren Modulationsbereich ausnutzt oder mit deutlich mehr Leistung läuft, als gerade gebraucht wird.
  • Hydraulik: Eine hydraulische Weiche oder ein im Verhältnis kleiner Speicher bei sehr unterschiedlichen Volumenströmen im Wärmepumpen- und im Heizkreis begünstigen laut Fraunhofer kurze Betriebsphasen.
  • Regelung und Einstellung: Eine ganzjährig freigegebene Raumheizung fällt im Feldtest ebenso auf wie ungünstige Reglerparameter. Wer die Heizkurve oder den Vorlauf selbst hochdreht, riskiert laut Bauherren-Schutzbund häufiges Ein- und Ausschalten oder einen unnötigen Einsatz des Heizstabs.

Inverter-Wärmepumpen passen ihre Leistung an den Bedarf an und sollen deshalb seltener starten, so Vaillant. Ein Freibrief ist das nicht: Im Fraunhofer-Feldtest war ausgerechnet die Anlage mit den meisten Starts eine Inverter-Wärmepumpe, eingebunden über eine hydraulische Weiche.

Ob Ihre Anlage taktet, zeigt meist der Regler: Viele Wärmepumpen zählen Verdichterstarts und Betriebsstunden. Teilen Sie die Zahl der Starts durch die Betriebsstunden. Liegt das Ergebnis dauerhaft bei drei oder darüber, oder kommt die Anlage auf deutlich mehr als die 5.500 Starts im Jahr, die 90 Prozent der Feldtest-Anlagen unterschritten, sollte ein Fachbetrieb Hydraulik und Einstellung prüfen.

Wartung: Was sie für die Lebensdauer bringt

Eine Wartung macht eine Wärmepumpe nicht unverwüstlich, aber sie findet die Ursachen, die sie früh altern lassen: verschmutzte Wärmeübertrager, ein zugestelltes Außengerät, ungünstige Reglereinstellungen, zu viele Verdichterstarts, Druckverlust im Heizkreis oder Kältemittelverlust. Gerade ein schleichender Kältemittelverlust kann laut Bauherren-Schutzbund bis zum Kompressorschaden führen.

Wie oft gewartet wird, legt der Hersteller fest. Der Bundesverband Wärmepumpe rät zur ersten Wartung ein Jahr nach der Installation und danach meist alle zwei Jahre. Die Verbraucherzentrale nennt jährlich bis alle zwei Jahre und als Marktspanne Kosten von etwa 150 bis 300 Euro im Jahr.

Garantie: Ohne Wartung oft keine fünf Jahre

Für viele Eigentümer ist die jährliche Wartung faktisch Pflicht, weil Hersteller ihre verlängerte Garantie daran knüpfen. Vaillant, Viessmann und Bosch zum Beispiel gewähren laut ihren aktuellen Garantiebedingungen fünf Jahre Garantie, wenn die Anlage registriert und regelmäßig gewartet wird; Vaillant und Viessmann verlangen außerdem, dass die Wärmepumpe während der gesamten Garantiezeit online mit dem Hersteller verbunden bleibt. Bei Vaillant muss die Wartung einmal im Kalenderjahr im Abstand von 9 bis 15 Monaten erfolgen, bei Bosch dürfen zwischen zwei Wartungen höchstens 16 Monate liegen. Die Bedingungen ändern sich, maßgeblich ist die Fassung zu Ihrer Anlage.

Was Gesetz und F-Gase-Verordnung verlangen

Das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt wie bei jeder Heizung, dass die für den Wirkungsgrad wesentlichen Teile regelmäßig fachkundig gewartet werden (§ 60 GModG), gibt aber kein festes Intervall vor. Feste Fristen setzt die EU-F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 für die Dichtheitskontrolle des Kältekreises: ab 5 Tonnen CO₂-Äquivalent Kältemittel mindestens alle zwölf Monate, bei hermetisch geschlossenen Geräten erst ab 10 Tonnen. Laut Umweltbundesamt entspricht das beim Kältemittel R32 7,41 Kilogramm, bei R410A 2,40 Kilogramm. Split-Geräte gelten nie als hermetisch geschlossen. Wärmepumpen mit Propan (R290) fallen nicht unter die Dichtheitspflicht, Arbeiten an ihrem Kältekreis bleiben aber zertifizierten Fachkräften vorbehalten.

Monteur wartet das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe
Wartung vom Meisterbetrieb

Damit Ihre Wärmepumpe lange hält

Wir reinigen Verdampfer und Kondensatablauf, prüfen Drücke, Elektrik und Sicherheitsventile, werten Betriebsstunden und Verdichterstarts aus und stellen die Heizkurve so ein, dass die Anlage ruhig durchläuft. Arbeiten am Kältekreis übernehmen bei uns Fachkräfte mit Kälteschein. Alles steht im Wartungsprotokoll, das Sie für die Herstellergarantie brauchen: Wärmepumpe warten lassen.

Zur Wärmepumpen-Wartung

Reparieren oder austauschen: Wann sich eine neue Wärmepumpe lohnt

Bei einem Defekt hängt die Entscheidung vom Bauteil und vom Alter der Anlage ab. Ein Ventilator, ein Fühler oder eine Umwälzpumpe lohnen die Reparatur fast immer. Beim Verdichter einer älteren Anlage wird es knapp, weil die Reparaturkosten laut Bosch den Restwert übersteigen können. Unabhängig von einem Defekt kann sich nach Bosch eine Modernisierung auch bei funktionierenden Anlagen lohnen, die älter als 15 Jahre sind, weil neue Geräte effizienter arbeiten. Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Wie alt ist die Anlage, gemessen an den üblichen 15 bis 20 Jahren?
  • Wie teuer ist die Reparatur im Verhältnis zu einer neuen Wärmepumpe?
  • Wie hat sich der Stromverbrauch entwickelt, und wie effizient arbeitet die Anlage heute?
  • Passt die Leistung noch zum Haus, etwa nach neuen Fenstern oder einer Dämmung? Eine zu groß gewordene Anlage taktet.
  • Bleibt die Wärmequelle? Bei Erdwärme kann die vorhandene Sonde meist weiter genutzt werden.

Förderung beim Austausch einer alten Wärmepumpe

Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur für den Austausch funktionstüchtiger Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- und Nachtspeicherheizungen sowie von Gas- und Biomasseheizungen, die mindestens 20 Jahre alt sind. Eine alte Wärmepumpe löst ihn nicht aus. Die neue Förderrichtlinie BEG EM vom 17. August 2026 verschärft die Regeln ab dem ersten Quartal 2027: Dann wird eine neue Heizung nicht gefördert, wenn das Haus bereits mit einer Wärmepumpe versorgt wird, die am 1. Januar 2008 oder später in Betrieb genommen wurde. Wird eine Wärmepumpe ersetzt, die vor 2008 in Betrieb ging, werden pauschal 25 Prozent der Gesamtkosten als förderfähig berücksichtigt. Ebenfalls ab dem ersten Quartal 2027 sinkt der Fördersatz für Wärmepumpen auf 15 Prozent, dazu kommt ein Bonus von 15 Prozentpunkten für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU. Ab 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert. Was heute gilt, erklärt der Ratgeber Heizungsförderung 2026.

So hält Ihre Wärmepumpe länger: sieben Tipps

  1. Richtig auslegen lassenDie Leistung muss zur Heizlast passen, die Raum für Raum nach DIN EN 12831 berechnet wird, nicht nach Wohnfläche geschätzt. Eine zu große Wärmepumpe taktet.
  2. Heizkurve niedrig haltenJe niedriger die Vorlauftemperatur, desto ruhiger und sparsamer läuft die Anlage. Laut Bundesverband Wärmepumpe spart jedes Grad weniger Vorlauf rund 2,5 Prozent Strom. Drehen Sie den Vorlauf nicht auf Verdacht hoch.
  3. Starts im Blick behaltenTeilen Sie die Verdichterstarts durch die Betriebsstunden. Weniger als drei Starts pro Stunde gelten als gut.
  4. Außengerät freihaltenLaub, Schnee und Pflanzen gehören nicht vor den Ventilator, und das Kondenswasser muss frei ablaufen können.
  5. Hydraulisch abgleichen lassenDamit jeder Heizkörper die Wassermenge bekommt, die er braucht, und die Wärmepumpe nicht wegen geschlossener Kreise abschaltet.
  6. Regelmäßig warten lassenNach Herstellervorgabe und mit Protokoll, damit die Garantie erhalten bleibt und Verschleiß früh auffällt.
  7. Störungen ernst nehmenFehlermeldungen, neue Geräusche oder ein plötzlich steigender Stromverbrauch sind Hinweise, die man früh prüfen lassen sollte.

Welcher Stromverbrauch normal ist, zeigt der Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe, wie die Anlage bei Frost arbeitet und warum sie dabei abtaut, der Ratgeber Wärmepumpe im Winter.

Stand: 10/2026. Herstellerangaben, Garantiebedingungen und Förderregeln ändern sich. Lebensdauerangaben sind Durchschnittswerte aus den genannten Quellen, keine Zusage.

Ihre Wärmepumpe soll lange halten? Wir sehen sie uns an. Wir prüfen Einstellung, Verdichterstarts und Verschleiß, warten herstellerkonform und sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Reparatur noch lohnt. Unverbindlich und kostenlos beraten.
Quellen und Grundlagen
Ratgeber der Rieth GmbH · Meisterbetrieb aus Wiesbaden seit 1895

Häufige Fragen zur Lebensdauer einer Wärmepumpe

Wie lange hält eine Wärmepumpe im Durchschnitt?
Im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre, so der Bundesverband Wärmepumpe, und damit so lange wie andere Wärmeerzeuger. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen halten laut Herstellern oft 20 bis 25 Jahre, Erdwärmepumpen in einer Auswertung der ZHAW im Schnitt knapp 27 Jahre. Als Rechenwert setzt das BBSR 18 Jahre für Luft-Wasser- und 20 Jahre für Sole- und Wasser-Wärmepumpen an.
Wie lange hält eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Laut Bosch und Wolf 15 bis 20 Jahre, Stiebel Eltron nennt für seine Geräte in der Regel 20 Jahre. Weil das Außengerät Wind und Wetter ausgesetzt ist und bei Frost abtauen muss, liegt sie etwas unter Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen. Auslegung, Einstellung und Wartung entscheiden, ob sie das obere Ende erreicht.
Wie lange hält der Verdichter einer Wärmepumpe?
Moderne Wärmepumpen erreichen laut Bosch bis zu 80.000 Betriebsstunden, bei typischen 1.800 bis 2.400 Stunden im Jahr. Begrenzend sind meist nicht die Laufstunden, sondern die Starts, denn jeder Start belastet den Verdichter stärker als der gleichmäßige Betrieb. Ein defekter Verdichter wird in der Regel getauscht.
Wie viele Verdichterstarts sind bei einer Wärmepumpe normal?
Im Feldtest des Fraunhofer ISE starteten 90 Prozent der Luft-Wasser-Wärmepumpen weniger als 5.500-mal im Jahr, rund ein Drittel höchstens 2.000-mal. Als Faustregel nennt Bosch weniger als drei Starts pro Betriebsstunde und nicht mehr als 20.000 im Jahr. Deutlich mehr Starts deuten auf Takten hin, oft wegen Hydraulik oder Reglereinstellung.
Was verkürzt die Lebensdauer einer Wärmepumpe?
Vor allem häufiges Takten, also viele kurze Verdichterstarts. Dazu kommen zu viel Leistung für den Bedarf, eine ungünstige Hydraulik, falsche Reglereinstellungen, ein verschmutztes oder zugestelltes Außengerät und Kältemittelverlust. Ohne regelmäßige Wartung bleiben solche Ursachen oft lange unentdeckt.
Verlängert eine Wartung die Lebensdauer einer Wärmepumpe?
Ja, indirekt. Die Wartung findet verschmutzte Wärmeübertrager, ungünstige Einstellungen, zu viele Verdichterstarts oder Druckverlust, bevor sie den Verdichter belasten. Viele Hersteller knüpfen ihre fünfjährige Garantie außerdem an eine regelmäßige, meist jährliche Wartung.
Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden?
Das legt der Hersteller fest. Der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt die erste Wartung ein Jahr nach der Installation und danach meist alle zwei Jahre, für die verlängerte Garantie verlangen viele Hersteller eine jährliche Wartung. Eine Dichtheitskontrolle des Kältekreises ist nach der F-Gase-Verordnung ab 5 Tonnen CO₂-Äquivalent mindestens alle zwölf Monate Pflicht.
Hält eine Wärmepumpe so lange wie eine Gasheizung?
Ja, im Großen und Ganzen. Der Bundesverband Wärmepumpe nennt für beide 15 bis 20 Jahre, und die Nutzungsdauertabelle des BBSR führt Luft-Wasser-Wärmepumpe und wandhängenden Gas-Brennwertkessel mit jeweils 18 Jahren. Bei Erdwärme hält die Sonde mit veranschlagten 60 Jahren deutlich länger als jedes Heizgerät.
Wie lange hält eine Erdwärmesonde?
Deutlich länger als die Wärmepumpe selbst. Vaillant und Stiebel Eltron nennen 50 Jahre und mehr, der Bundesverband Wärmepumpe und Bosch bis zu 100 Jahre für fachgerecht installierte Sonden, das BBSR rechnet mit mindestens 50 Jahren. Wird das Gerät nach 20 oder 25 Jahren getauscht, bleibt die Sonde in der Regel in Betrieb.
Wann sollte man eine Wärmepumpe austauschen?
Wenn ein teurer Defekt wie ein Verdichterschaden auf eine Anlage trifft, die 15 Jahre oder älter ist, lohnt meist der Vergleich mit einer neuen Wärmepumpe. Laut Bosch kann sich eine Modernisierung auch bei funktionierenden Anlagen über 15 Jahre lohnen, weil neue Geräte effizienter arbeiten.
Wird der Austausch einer alten Wärmepumpe gefördert?
Heute ja, mit 30 Prozent Grundförderung, aber ohne Klimageschwindigkeitsbonus: Der gilt nur beim Ersatz bestimmter Öl-, Gas-, Kohle-, Nachtspeicher- und Biomasseheizungen. Ab dem ersten Quartal 2027 fördert die Richtlinie BEG EM keine neue Heizung mehr, wenn die vorhandene Wärmepumpe 2008 oder später in Betrieb ging. Bei älteren gelten dann pauschal 25 Prozent der Kosten als förderfähig.